Muschelige Lebensarten 4
Meine our-our-our .... Großeltern fischten zwar keine Perlen, verspeisten aber bei festlichen Angelegenheiten (z.B. Niedrigwasser) diese Raben-Austern. Um sie zu öffnen flogen sie damit hoch und ließen sie auf Felsen fallen, wo die Schale dann zerbrach. 
Könnten die Muscheln fliegen wie wir,  würde das natürlich nicht funktionieren.
Ich bin Joe
Damals haben die von Pissingen die Raben noch gefressen. 
Wie du mir, so ich dir: 
was wir Galgenvögel dann mit den Bösewichten die am Galgen baumelten machten, brauch' ich wohl nicht zu erzählen. 
Schliesslich sind wir Raben ja Allesfresser, und alles ist eben alles.
 
 Perlen der Macht

Schon seit dem 13. Jh. benutzte man in China eine Verwandte unserer Perlmuschel (Dipsas plicatus) um kleinste Metallobjekte mit Perlmutt zu überziehen, indem man diese zwischen die Muschelschalen hineinschob und nach einiger Zeit wieder dort "erntete". Im Gegensatz zu diesen brauchen "unsere" Muscheln lange Jahre um vergleichbare Perlen zu produzieren. 

Die Perlen der Flussperlmuschel können sowohl schwarz wie weiß sein, in unterschiedlichsten Farbtönen schimmern, und alle Größen und Formen haben. Auch bei den anderen Süßwassermuscheln wurden schon gelegentlich Perlen gefunden, jedoch von einer weniger guten Qualität.

In Europa war in einigen Gegenden eine regelrechte Perlfischerei üblich, zu einer Zeit als es in diesen Bächen noch jede Menge dieser Muscheln gab. Wenn man bedenkt, dass in Süddeutschland im 19. Jh. innerhalb von 4 Jahrzehnten über 150.000 Perlen geerntet wurden, kann man sich erst vorstellen wie häufig die Perlmuschel damals noch war. Zu Pulver zerstampfte Perlen dienten seit jeher als Heilmittel für viele Krankheiten.
 
  Geöffnete 
  Muschel
  mit Perle

Da diese Perlen in wertvolle Schmuckstücke eingearbeitet wurden, und somit einen nicht unbeachtlichen Handelswert besaßen, haben manche Fürsten ein Perlfischerei-Recht erlassen, womit alle Perlen von Gesetzes wegen ihnen gehörten. Aus einer russischen Provinz ist eine Anordnung aus dem 18. Jh. bekannt, wonach jedoch nur Perlen die größer als Sperlingseier wären, der Krone zu übergeben seien. Auch wenn trotz dieser Verordnungen gewildert wurde, so gab diese Fischerei der Muschel einen gewissen Schutz, denn die Muscheln wurden vom beruflichen Perlfischer nicht getötet, sondern schonend mit einem adäquaten Werkzeug geöffnet, und dann wieder ins Wasser gesetzt. 

Wohl am strengsten wurden Perlendiebe bis ins 18. Jh. in Bayern bestraft, wo noch Folter, Gefängnis und Galeerenstrafe üblich waren, sowie Androhung von "Ausstechung der Augen", "Abhauung der Hände" und Galgen, die zur Abschreckung in Bachnähe aufgestellt wurden. Um dem Recht Gültigkeit zu verschaffen gab es damals sog. Perlkontrolleure, und es wurden auch Belohnungen im Wert eines Jahresverdienstes an Denunzianten versprochen. 
In den Zeiten nach der französischen Revolution wurden die Muscheln - wie manches andere auch - als Allgemeingut angesehen, und es wurde durch das Wegfallen früherer Hemmungen wohl ein gewisser Raubbau an den Beständen ausgeübt. Heute steht auf illegaler Perlfischerei in Deutschland eine Strafe von "nur" mehr 5.000 Euro.

In Nordamerika ging es den Süsswassermuscheln nicht besser: als im 19. Jh. neben dem allbekannten Goldrausch auch ein weniger bekannter "Perlenrausch" die Bevölkerung überkam, wurden diese Muscheln fast ausgerottet.

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