Muschelige Lebensarten
Gibt's nicht, die ältesten Tiere sind bekanntlich wir Raben, und wir werden nicht so alt
 

Ich bin ein einheimisches Tier und werde so alt wie ein Mensch

Wer bin ich?
Steckbrief
Größe: bis zu 14 cm
Wohnort: Wasser
Besondere Merkmale: habe keinen Kopf und einen Fuß
Babysitter: Forellen
Historisches: früher in einigen Gegenden Europas streng regulierte Nutzung
Selten: in der Europäischen Gemeinschaft seit 1992 durch die Habitatrichtlinie (Anhang II) geschützt
Anzahl: Bevölkerung von etwa 800 Individuen in Luxemburg (2003)
 
Das einzige süße Wasser das ich je getrunken habe war in einer Pipsiedose im Schulhof. 
Einmal fanden wir auch eine Bierdose: das ergab den schönsten Krabenchor, den ich je gehört habe. 
Wo man singt da lass dich nieder, böse Raben haben keine Lieder, heisst es ja.
"Wasser ist zum Baden da
valleri und vallera
auch zum Schnabelputzen
kann man es benutzen"
Ich bin Joe
 
Im Wasser gibt's bekanntlich nicht nur Fische

Auch Muscheln leben dort, und zwar nicht nur im Meer: es gibt auch auf Süßwasser spezialisierte Muscheln, in Mitteleuropa etwa 30 Arten.

Für Lebewesen allgemein ist Wasser nicht gleich Wasser: Süßwasser und Salzwasser sind unterschiedliche Biotope. Süßwassertiere können meist nicht ohne weiteres im Salzwasser leben und umgedreht, da hier jeweils andere Anforderungen an die Lebewesen gestellt werden, und diese darauf angepasst sein müssen (Aquarienfreunde kennen dieses Problem aus der Praxis). 
Sogar beim Menschen kann man eine Anpassung an Süßwasser feststellen, denn von Natur aus kann er seinen Wasserbedarf nicht mit Meerwasser decken.

Dass das oben beschriebene Tier eine Muschel ist, und dass es in Luxemburger Bächen überhaupt Muscheln gibt, ist nur wenig bekannt. Obschon die paar einheimischen Muschelarten wegen zunehmender Wasserverschmutzung meist stark bedroht sind, haben immerhin noch einige bei uns überlebt. Die Muschel gehört übrigens - trotz ihrer harten Schale - zu den sogenannten "Weichtieren".


 
 
 
 
Wenn ich also im Jahr 2010 eine Muschelschale finden würde mit 60 "Ringen", und im 41. Ring wäre Strontium  90, so hätte diese Muschel nach Adam Riese von 1945 bis 2005 gelebt (vorausgesetzt inzwischen hätte es keine weiteren Katastrophen gegeben).
Ich bin Joe
Zum Mitmachen!
Erkläre arithmetisch weshalb diese Muschel nur bis 2005 gelebt hat.
 
Die Flussperlmuschel

Die Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera), von der hier die Rede ist, hat ihren Namen nicht zu unrecht, denn sie überzieht das Schaleninnere mit Perlmutt und enthält gelegentlich eine Perle (je nach Autoren etwa jede sechshundertste bzw. eine von 2700!) .

Flussperlmuschel
Das Höchstalter das sie erreichen kann, ist abhängig von der Temperatur des Gewässers in dem sie lebt. Je kälter, umso älter: ein sibirisches Exemplar soll 155 Jahre erreicht haben, während sie in unseren Gewässern "nur" 50-60 Jahre alt werden kann.
Die Flussperlmuschel ist schwarzbraun gefärbt, und ernährt sich nach Muschelart von organischen Substanzen, die sie aus dem Wasser herausfiltert. Dadurch hält sie das Wasser klar für Fischarten wie Forelle und Salm mit denen sie diesen Lebensraum teilt.
Mit ihrem "Fuß" den sie zwischen den Schalen herausstülpt, kann sie pro Tag etwa 1 m zurücklegen.
Die Schale "wächst" etwa 1mm pro Jahr, und das Alter lässt sich an der Anzahl Jahresringe ablesen. Anhand der eingelagerten Stoffe auf der Ebene eines Jahresrings lassen sich durch Analyse umweltrelevante Ereignisse der Vergangenheit ablesen, so auch die Tschernobyl-Katastrophe durch das eingelagerte Strontium und Cäsium!
Für den Menschen ist sie ungenießbar, und direkt wird sie höchstens durch illegale Perlfischerei bedroht. 
Fortsetzung .......
Quellenhinweis
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Wander-
falter
Flussperl-
muschel
Waldkatze Federvolk
auf Reise
Wasser
in Not
Insekten-
killer
fliegende
Baumeister
Affe sein
ist schwer
     

 
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