Muschelige Lebensarten 2
Forellen als Babysitter
 
Was die komplizierte Fortpflanzungsstrategie der Flussperlmuschel anbelangt, kann man getrost Wilhelm Busch zitieren 
"aber hier, wie überhaupt, kommt es anders als man glaubt".
Wenn ein Rabe auch bloss eine Million Eier legen würde, dann wäre ein daraus erstelltes Omelett 18 Tonnen schwer (19,2 g - Schale 1,2 g x 1.000.000), was einer ganzen Fernlasterladung entspräche!

 
  • Eine Flussperlmuschel produziert 4 Millionen (!) Eier und mehr, die durch den zum Zeitpunkt der Fortpflanzung (Sommer) im Wasser schwimmenden Samen der Muschelmännchen befruchtet werden.
  • Die daraus entstehenden winzigen Larven (etwa 1/20 mm groß), sogenannte Glochidien, werden dann vom Weibchen ausgestoßen. 
  • Diese werden von ihrem Wirtsfisch, der Forelle, "eingeatmet" und setzen sich in den Kiemen fest, wo sie einige Zeit verbleiben. In der Luxemburger Population z.B. verbleiben sie bis in den Mai. In den gut durchbluteten Kiemen ernähren sie sich vom Blut des Wirtes (bis zu 350 Glochidien wurden an einem Fisch gefunden).
  • Wenn sie etwa 1/2 mm groß sind, verlassen sie ihren Wirt und graben sich in den sandig-kiesigen Bachgrund, wo sie noch genügend Frischwasser und Sauerstoff erhalten, und vor Feinden geschützt etwa 3-4 Jahre verbleiben.
  • Dann erst verlassen sie diese Verstecke und leben als normale Muschel weiter. Aber erst mit etwa 20 Jahren werden sie fortpflanzungsfähig.
Das ist schon recht kompliziert, aber es kommt noch besser:
anscheinend "wissen" die Muscheln Bescheid über die Siedlungsdichte ihrer Artgenossen in der Umgebung, und die Weibchen "wissen" ob noch (genügend) Männchen in ihrem Umkreis leben.
Wenn es an Männchen fehlt, kann ein Weibchen sich zum Zwitter verwandeln, also zusätzlich zu den Eiern auch Samen produzieren. Die Männchen können sich jedoch nicht in Zwitter verwandeln.
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