Muschelige Lebensarten 5

 
 



 
 
 
 
 
 
 
Was es nicht alles gibt: sogar einen Unterwasser-Kuckuck! 
In Luxemburg lebt sich's als Rabe nicht schlecht, denn  nur in Südeuropa gibt es noch den blöden Häherkuckuck, der auch in Rabennestern sein Unwesen treibt.
Ich bin Joe

 

Die Rache des Bitterlings

Was den Muscheln recht ist, ist den Fischen billig, dachte wohl der Bitterling (Rhodeus sericeus amarus) als er eine für Fische eher unübliche Fortpflanzungstechnik erfand. 

Bitterling (Quelle: Hëllef fir d'Natur)
Das Weibchen dieses kleinen Fisches (6-9 cm) verfügt über eine Legeröhre, mit der es mehrere Eier in den Kiemenraum der Muschel befördert. Das Männchen lässt seine Milch über der Einsaugöffnung der Muschel  ab, die mit dem Wasser zu den Eiern gelangt und diese befruchtet. 
Nach dem Schlüpfen lebt die Fischbrut einige Wochen dort und  daraufhin verlassen die 1cm großen Fischlein den Schutz der Muschel. Es kommt vor, dass auch andere Bitterlingsweibchen später in die gleiche Muschel legen, sodass kleine Bittterlinge unterschiedlicher Größe in derselben leben. Der Fortpflanzungserfolg des Bitterlings ist durch diese Methode relativ groß, sodass er nur wenig Eier legen muss (40-100).

Bitterlinge gab es hierzulande im 19. Jahrhundert noch in manchen langsam fließenden Bächen. Davon zeugen auch gleich drei Namen auf luxemburgisch: "Daimchen", "Breetpännchen" und "Drecksschlap". 1989 wurde er zum letzten mal in der Mosel (Altarm von Besch, in der Nähe der Baggerweiher von Remerschen) angetroffen. Die Ursache seines Verschwindens liegt im Aussterben der  Flussmuschel (Unio crassus) die auch dort lebte und die eine Rolle in der Fortpflanzung des Bitterlings spielt.

  • Das Verschwinden dieser Fischart zeigt  wie eng die Verzahnung der Tierwelt in den Gewässern sein kann. 
  • Mit dem Rückgang der Muscheln verschwand auch der Bitterling. 
  • Diese normalerweise erfolgreiche Brutstrategie versagt, wenn der Mensch Lebensräume verändert und biologische Prozesse nachhaltig beeinflusst.
Diese Fischart ist nicht nur in Luxemburg ausgestorben, sondern vielerorts in Europa verschwunden, und gehört zu den bedrohten Tierarten Europas.
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