Luxemburger Wort Nov. 1999

 "Tag des Baumes 1999"

Ein Baum als Symbol des Lebens

Großherzogliches Paar wohnte Pflanzaktion im Norden des Landes bei

Unter der Schirmherrschaft von Großherzog Jean und Großherzogin Joséphine-Charlotte stand der diesjährige Tag des Baumes im Zeichen des Zusammenlebens der Generationen.

In Zusammenarbeit mit den verschiedenen Naturschutzorganisationen, dem Umwelt- und dem Familienministerium, den Gemeinden Heinerscheid und Weiswampach sowie der Stiftung "Hëllef fir d'Natur" pflanzten die hohen Gäste zusammen mit Vertretern der Senioren, den Schulkindern, der Freiwilligen Feuerwehr, der Pfadfinder, dem "Garten und Heim" und der Natur- und Vogelschutzliga junge Laubbäume auf einer kürzlich gerodeten Parzelle.

In Empfang genommen wurden die Gäste von Mill Majerus und Jim Schmitz, die für den Ablauf des Tages verantwortlich zeichneten, den Bürgermeistern der beiden Gemeinden, Henri Rinnen aus Weiswampach und Camille Eilenbecker aus Heinerscheid, Kammerpräsident Jean Spautz, den Ministern Marie-Josée Jacobs und Charles Goerens, Staatssekretär Eugène Berger, dem Präsidenten der "Fondatioun Hëllef fir d' Natur", Frantz Muller, dem Chef der Gendarmerie-Brigade Clerf, Norbert Maes, und vielen anderen Gästen.

Einen besonderen Willkommensgruß überbrachten die Schulkinder aus Weiswampach dem Herrscherpaar, ein selbstgebasteltes Bild aus buntem Herbstlaub in Form eines Baumes. Das gleiche Bild, nur in größerem Format, ließen die Kinder mit ihrem Lehrpersonal von den Königlichen Hoheiten unterzeichnen. Dieses Bild wird einen Ehrenplatz in der neuen Schule in Weiswampach erhalten.

Nach der Pflanzaktion unterhielt sich das Herrscherpaar mit den Kindern, den Pfadfindern, den Feuerwehrmitgliedern und den Senioren, bevor die Gäste nach Heinerscheid zu einer Festsitzung geleitet wurden, wo unter den Klängen des "Wilhelmus", dargeboten von der Fanfare Heinerscheid, die kleine Kyra Thielen und Madame Anna Conzemius vom "Club Senior" Hüpperdingen die hohen Gäste mit Blumen empfingen. Nach seiner Begrüßung umriss Bürgermeister Camille Eilenbecker kurz den Sinn der Aktion. In diesem Jahr stand der Nationale Tag des Baumes unter dem Motto des Internationalen Jahres des Dritten Alters. Dies veranlasste die Verantwortlichen des Heimes "Haus op der Heed" in Hüpperdingen, zusammen mit den Kindern einen Sketch einzustudieren, den sie vor den hohen Gästen auf der Bühne vortrugen. Der Tag des Baumes soll die Menschen sensibilisieren, mit der Natur sorgfältiger umzugehen und dafür zu sorgen, dass die Nachkommen auch noch in gesunder Luft und Umwelt leben können.

Deshalb entsteht in der Gemeinde Heinerscheid einer der größten Windkraftanlagen Luxemburgs, wo bereits heute acht Windmühlen eine Leistung von 13 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erbringen.

Das Herrscherhaus sei seit jeher mit dem Baum verbunden, so Frantz Muller, Präsident der Stiftung "Hëllef fir d'Natur". So wurden 1939 Freiheitsbäume im ganzen Land gepflanzt, im Grünewald stehen sechs Prinzessinnenbäume und 1989 wurden in jeder Gemeinde aus Anlass des Silbernen Thronjubiläums des Großherzogs und der 150-jährigen Unabhängigkeit des Landes Bäume gepflanzt.

Auf die Wichtigkeit der Generationen übergreifenden Kontakte ging Familienministerin Marie-Josée Jacobs ein. Jede Generation, ob die Älteren mit ihrem großen Wissensschatz oder die Jüngeren mit ihrem Schwung und neuen Ideen, jeder könne vom anderen lernen.

Was wir dem Baum heutzutage alles zumuten, so Charles Goerens in seiner Eigenschaft als Umweltminister, sei auch für dessen "grüne Lunge" oft nicht mehr zu schaffen. Gerade wir Luxemburger seien eine der Nationen, die am meisten Schmutz erzeugen. Deshalb seien die ständigen Sensibilisierungsappelle vor allem an die Adresse der Jugend eine Chance für die Zukunft des Waldes.

Mit ihren musikalischen Einlagen wussten die Chöre der Gemeinde Heinerscheid die Gäste zu erfreuen. Ein gut gefüllter Korb mit Produkten aus dem Naturpark "Ourdall" wurde dem großherzoglichen Paar seitens der beiden Gemeinden überreicht und nach der Eintragung ins Goldene Buch der Gemeinden Heinerscheid und Weiswampach verabschiedeten sich die hohen Gäste.

Auf die Helfer bei der Pflanzaktion und alle Gäste wartete ein deftiges Mittagessen im "Haus op der Heed" in Hüpperdingen, welches vom Familienministerium und der Gemeinde Heinerscheid angeboten wurde und von der "Entente des Sociétés de Hupperdange" zubereitet worden war. J.R.-K.