Fischfütterung im Frühling
Text:
Jos Remiche
Durch den
Wechsel der Jahreszeiten wird das Leben im und am Teich wesentlich beeinflusst.
Aus diesem Grund erfordern die einzelnen Jahreszeiten ganz bestimmte
Pflegemaßnahmen.
Das Frühjahr
steht vor der Tür. Mit steigenden Luft- und Wassertemperaturen erwacht im
zeitigen Frühjahr der Teich aus der Winterruhe. Besonders die Fische bedürfen
in dieser Jahreszeit steigender Temperaturen erhöhte
Aufmerksamkeit. Gerade jetzt benötigt der Fischorganismus besonders viel
Energie, um gegen aufkommende Krankheitskeime gestärkt zu sein. In der Natur
vermehren sich beim Aufwärmen des Wassers bereits im März Wasserflöhe und Hüpferlinge, schwarze und weiße Mückenlarven so massenhaft,
dass den Fischen eine vorzügliche Mahlzeit zur Verfügung steht. Vor Jahren war
nur ein Teichfutter für alle Jahreszeiten im Handel. Inzwischen wurden
verschiedene Futtermittel spezifisch für jede Jahreszeit entwickelt. Diese
Futter sind genau an die Ernährungssituation angepasst. Frühjahrsfutter enthält
einen hohen Energie- bei gleichzeitig reduziertem Proteingehalt und ist dabei
leicht verdaulich. Dadurch erhalten die Fische die lebenswichtige
Energiezufuhr, ohne dass das Wasser mit unnötigen Abfallstoffen, wie Ammonium
und Nitrit aus der Verdauung der Proteine, belastet wird. Zu diesem Zeitpunkt
sind die Mikroorganismen, welche diese Schadstoffe abbauen sollen, nämlich noch
sehr wenig aktiv. Solche speziellen Futterarten werden von allen gängigen
Marken im Fachhandel angeboten.
Teichpflege.
Was tun?
Durch den Wechsel der Jahreszeiten wird das Leben im und am Teich wesentlich
beeinflusst. Aus diesem Grund erfordern sie ganz bestimmte Pflegemaßnahmen. Es ist bekannt, dass der
Grasfrosch, durch die Klimaerwärmung, seinen Laichplatz bereits Anfang März
aufsucht. Haben auch Sie das Glück, dieses Naturwunder jährlich in Ihrem Teich
zu verfolgen? Dann bitte nicht übereifrig während dieser Zeit durch auf später
verschiebbare Arbeiten am Teich stören. Wurde im Herbst ein Absaugen von Mulm
vernachlässigt, kann dies immer noch erfolgen, wenn die Frösche ihre
Rückwanderung angetreten haben, aber vor dem Schlüpfen der Kaulquappen. Damit
der Froschlaich keinen Schaden erleidet, soll dabei beachtet werden, dass
gleichzeitig Wasser nachgefüllt wird. Abgestorbene Pflanzenreste und
eingefallene Blätter können ebenfalls entfernt werden, ohne den Laichplatz zu
stören. Harte Pflanzenstängel aus der Überwinterungsperiode können nun zurück
geschnitten werden. Ab April ist auch das Einsetzen neuer Pflanzen möglich. Mit
dem Auslichten der Pflanzen sollten Sie bis zum Spätsommer warten; in der jetzt
beginnenden Wachstumsphase verbrauchen diese Pflanzen Nährstoffe und helfen so,
ein unerwünschtes Algenwachstum zu verhindern. Seerosen sollen nur im Frühjahr
zurückgeschnitten, abgetrennt und vermehrt werden. Im Herbst verheilen die
Wundstellen unter Umständen nicht mehr genügend und können dadurch im Winter
faulen.
Besonders im
Frühjahr bei steigenden Temperaturen, steigender Tageslänge und
Sonnenscheindauer ist die Gefahr einer unerwünschten Algenblüte sehr groß. Dies
ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Wasserpflanzen, welche sonst
viele Nährstoffe verbrauchen, durch die niedrige Wassertemperatur noch nicht weiter
wachsen konnten. Aber von der Natur ist dies auch so gewollt, die Nahrungskette
soll ja nicht unterbrochen werden. Das weiter oben erwähnte Plankton ernährt
sich gerade von frei schwebendem Futter, wie der Algenblüte. Durch die
intensiven Regenschauer im Winter wird auf natürlichem Wege ein automatischer Wasserwechsel
im Teich vorgenommen. Das Teichwasser wird mit Regenwasser vermischt und
dadurch in seiner Zusammensetzung verändert. Das Wasser wird weicher, Wasserhärte
und pH-Wert sinken, Nitrat wird verdünnt und somit ebenfalls gesenkt. Wurde das
Regenwasser nicht zu viel durch die Luftverschmutzung verunreinigt, so ist es
ideal für unsere Fische. Ein Wasserwechsel von 1/3, wie in der Literatur
manchmal vorgeschlagen, braucht zu diesem Zweck also nicht zu erfolgen.
Technik
Die Vereisung
auf dem Teich dauerte im Monat Februar mehr als 14 Tage ununterbrochen an. Zum
Schutz der Amphibien konnte ein Eisfreihalter, egal welcher Art, während dieser
Zeit gute Dienste leisten. Bei manchen Teichfreunden, welche den Winter unter
wärmeren Bedingungen im sonnigeren Süden verbringen, bleibt der Eisfreihalter
jedoch den ganzen Winter über zur Vorbeugung im Teich. Im zeitigen Frühjahr,
wenn kein Frost mehr droht, können Eisfreihalter bei uns entfernt und
eingelagert werden. Dies ist auch der richtige Zeitpunkt, um den über Winter
abgebauten Teichfilter wieder zu installieren.
Wir freuen
uns, mitzuerleben, wie unser naturnaher Gartenteich wieder lebendig wird, wie
Bach- und Wassereinlauf im Teich das uns fehlende leise plätschernde Geräusch
wiederbringen, wie die Wasserpflanzen zur Oberfläche streben, der Wasserfrosch
seine gewohnte Stelle einnimmt, die Fische munter umher schwimmen und dies
alles uns viel Freude im laufenden Jahr bringen wird.